Das Stadtlabor: Drei Wege zur Digitalisierung

Frederic Gogoll, Consultant bei PwC, erläutert beim Digitalen Staat die Methode des Stadtlabors. (Foto: BS/Dombrowsky)

“Es geht um neue Wege, Herausforderungen zu lösen, die Mitarbeitenden zu beteiligen und agil zu arbeiten”, so benennt der Manager der PricewaterhouseCoopers GmbH, Adrian Gelep, die drei Kernpunkte der Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Eine Möglichkeit, diese zu bewältigen sei die Methode eines so genannten Stadtlabors, welches er beim Fachkongress Digitaler Staat des Behörden Spiegel vorstellt.

Das Stadtlabor sei, anders als sein Name vermuten lässt, kein Ort, sondern eher eine Denk- und Arbeitsweise, erläutert Gelep. Das Konzept solle die Digitalisierung durch die Methodik des “Designthinking” erlebbar machen. Diese werde gemeinsam mit Bürgern und Kunden entwickelt, um “zukünftigen Herausforderungen innovativ zu begegnen”. Im ersten Schritt wird dabei eine Ist-Analyse erstellt; bezogen auf die Frage nach einer konkreten Person (Bürger) und deren Schwierigkeiten hinsichtlich der Kommunikation mit verschiedenen Behörden.

Konkreter Problemfall, konkrete Lösung

Am Beispiel einer jungen Mutter verdeutlicht der Manager der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, mit wie vielen verschiedenen Behörden die Person im Anschluss an die Geburt ihres Kindes kommunizieren muss. Beispielsweise, um das Kind bei Standesamt und Krankenkasse zu melden oder Kinder- beziehungsweise Elterngeld oder einen Reisepass zu beantragen. Dazu kommen mehrere Dokumente, die erstellt, weitergereicht und gesammelt werden müssen. Diese Vorgänge könnten vereinfacht und vereinheitlicht werden, so Gelep.

Beispielsweise mit Hilfe eines Bürgerkontos, das als Service-Cluster agiert. Die Behörden vernetzen sich und hinterlegen die benötigten Dokumente auf einem gemeinsamen Dokumentenspeicher. Ausgehend von mehreren solcher konkreter Problemfälle könnten Schnittmengen erkannt und Lösungen zielgerichtet entwickelt werden, erklärt Frederic Gogoll, Consultant bei PwC. Um Funktionsweise und Akzeptanz dieser zu beurteilen, könnten Prototypen solcher digitaler Service-Angebote praktisch in Bürgerämtern mit den Bürgern zusammen getestet werden, schlägt Gogoll vor.