Digitalisierungswelle: Gewaltige Aufgaben für Kommunen

Die Digitalisierung ist wie eine Welle. Sie verspricht Wandel und Chancen. Aber nur, wenn die Akteure wissen, wie sie genutzt werden kann. Sonst drohen sie, auf dem Weg unterzugehen. (Mike Photo Art_scalo2, CC BY 2.0, flickr.com)

Dies ist ein Ergebnis des “Zukunftsradar Digitale Kommune” des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB). Aber: 91 Prozent der Städte und Gemeinden schätzen den Mehrwert der digitalen Veränderung als hoch bis sehr hoch ein. Zwischen auf der Welle surfen und nicht von ihr mitgerissen zu werden, scheint noch eine große Diskrepanz zu liegen. Dementsprechend arbeiten die Kommunen an ihren offenen Baustellen, um die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen.

Dabei brauche es als Basis der Digitalisierung eine durchdachte kommunale Strategie. “Aber ein ganzheitlicher strategischer Ansatz, bei dem die Digitalisierung bereichsübergreifend vorangetrieben wird, scheint aktuell noch eher die Ausnahme zu sein”, so Prof. Dr. Volker Wittpahl vom Institut für Innovation und Technik. Sechs Prozent der Kommunen hätten angegeben, dass sie mit der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie begonnen haben. Jedoch habe fast die Hälfte aller Gemeinden und Städte keine ausgearbeitete Strategie vorzuweisen. Auch Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB fordert, dass die Kommunen schneller in die Umsetzungen gehen müssten und Risiken sowie Lernprozesse nicht scheuen dürften.

Breitband, Geld und Personal

Die größten digitalen Projekte und Herausforderungen betreffen das Thema breitbandausbau (47 Prozent), die zukünftige Aufgabenfinanzierung (38 Prozent) und die Personalausstattung (36 Prozent). Insbesondere beim zusätzlichen Finanzierungsbedarf fordert der DStGB mehr Unterstützung seitens des Bundes und der Länder: ” Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dieses Thema ganz oben auf die Agenda zu nehmen. Der Schlüssel zum Erfolg der Digitalisierung liegt in den Städten und Gemeinden – digitale Städte, digitale Dörfer und digitale Regionen entstehen allerdings nicht im Labor. Wir brauchen flächendeckend ein leistungsfähiges Breitband, mehr Finanzmittel und eine kluge Strategie für die Aus- und Weiterbildung”, so Landsberg. Denn aktuell würden sich 51 Prozent der Kommunen unzureichend auf den digitalen Wandel vorbereiten sehen. 34 Prozent würden ihren Digitalisierungsstand als “schlecht” oder “sehr schlecht” bewerten.

Bei der Online-Umfrage für den “Zukunftsradar Digitale Kommune” haben sich insgesamt 450 Kommunen beteiligt. Wobei jene zwischen 10.000 und 50.000 Einwohner die größte Teilnehmergruppe bildeten.