Kongress

Aus 20 wird 1

Am 9.und 10. Mai wird in Berlin zum 20. Mal der Verwaltungsmodernisierungskongress „Effizienter Staat“ stattfinden, dann allerdings unter dem Namen „Digitaler Staat“. „Alles was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert“, sagte der Strategie- und Transformationsberater Karl-Heinz Land auf dem Effizienten Staat 2015 – dies betrifft auch den Staat und seine Aufgaben. Deutschland steht bei der Digitalisierung der staatlichen Aufgaben erst am Anfang. In den letzten Jahren erscheint E-Government in großen Teilen als Elektronifizierung des Verwaltungshandelns. Digitalisierung jedoch steht auch für vollkommen neue Möglichkeiten der Leistungserbringung, von Automatisierung, über föderale Vernetzung bis hin zu Partizipation. Der 1. Fachkongress Digitaler Staat soll nun noch stärker als vorher diese neuen Möglichkeiten einer „smarten Verwaltung“ in den Blick nehmen.

Drei Themenkanäle

  • Digitale Verwaltung: Auch inhaltlich wird der Kongress verändert und erweitert auf nunmehr drei Themenkanäle: Im Themenkanal „Digitale Verwaltung“ werden Themen rund um die Kommunikation, Kollaboration und Partizipation des Staates mit den Bürgern, mit der Wirtschaft und von Behörde zu Behörde beleuchtet. Mit dem Motto „Projekt Digitaler Föderalismus“ legt der Kongress 2017 ein spezielles Augenmerk auf die föderale Zusammenarbeit in der IT. Ob FITKO, das Digitalisierungsprogramm oder der Portalverbund – die nächsten Jahre werden von Projekten geprägt sein, die eine standardisierte und verbindliche Zusammenarbeit von Kommunen über die Bundesländer bis hin zum Bund ermöglichen.
  • Haushalt und Finanzen: Der seit drei Jahren parallel zum Effizienten Staat stattfindende Bundeskongress Haushalt und Finanzen wird als Themenkanal „Haushalt und Finanzen“ weitergeführt. Effizientes Staatshandeln, moderne Haushaltssteuerung, die föderalen Finanzbeziehungen sind hier Schwerpunktthemen. Aber auch die Interdependenzen zwischen Haushalt und Digitalisierung werden betrachtet – die Steuerung über die Finanzen ist eine wichtige Stellschraube bei Digitalisierungsprojekten, wie das Projekt IT-Konsolidierung Bund zeigt. Der Kongress möchte den gegenseitigen Dialog zwischen Haushältern und Modernisierern weiter fördern.
  • Arbeit und Personal: Mit dem Themenkanal „Arbeit und Persona“ kommt ein weiteres Schwerpunktthema zum Portfolio des „Digitalen Staates“ hinzu. In diesem Kanal sollen Chancen und Herausforderungen, die die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltungsarbeit auf die Mitarbeiter in den Verwaltungen selbst hat, fokussiert werden. Wie verändern E-Akte, mobiles und vernetztes Arbeiten, Automatisierung und KI den Arbeitsplatz und die -inhalte der Behördenmitarbeiter? Geraten Hierarchie, Arbeitsteilung und Zuständigkeit ins Wanken? Und wie schlägt sich die gestiegene Bedeutung von Partizipation, Netzwerken und Kollaboration auf den Behördenalltag nieder?

Partnerland Dänemark

Dänemark ist 2017 das offizielle Partnerland des Fachkongresses Digitaler Staat, der am 9./10. Mai in Berlin stattfindet. Das nördliche Nachbarland belegt den ersten Platz im DESI-Index der EU, der die wesentlichen Indikatoren für die digitale Entwicklung der EU-Mitgliedstaaten zusammenfasst. Und auch für die Digitalisierung der Verwaltung ist Dänemark aus mehreren Gründen spannend:

Unter www.borger.dk können die Dänen alle Verwaltungsangelegenheiten in einem Portal zentral online erledigen. Hier kommt die NemID zum Einsatz, die von 4,6 Millionen der insgesamt 5,6 Millionen Dänen, übrigens auch für Onlinebanking, genutzt wird. Alle Kommunen, Regionen und alle Ministerien sind, sofern sie „Selbstbedienungslösungen“ anbieten, an das Portal angebunden. 90 Prozent aller Bürger und so gut wie alle Unternehmen verfügen über einen digitalen Briefkasten. 80 Prozent der Kommunikation mit der Verwaltung laufen mittlerweile digital ab. Für Unternehmen gibt es die Plattform www.virk.dk über die die gesamte Kommunikation mit der Wirtschaft läuft. Derzeit arbeitet Dänemark daran, dass auch die Verwaltungen untereinander digital einheitlich zusammenarbeiten. Es gibt ein E-Akte-System und einzelne Prozesse sind bereits für die Ministerialebene standardisiert, wie z.B. die Reisekostenabrechnung.

Mit dem http://mind-lab.dk verfügt Dänemark über eine spannende Innovationsagentur, die als Teil des Wirtschaftsministeriums selbständig ihre Leistungen anbietet. Das mindlab kann von allen Verwaltungen genutzt werden, es bringt Leute zusammen, probiert neue Methoden z.B. im Bereich der Bürgerpartizipation aus und sucht auf diese Weise nach neuen Lösungen für gesellschaftliche und politische Fragestellungen.