Kongress 2016

Digitale Emergenz sichtbar

19. Effizienter Staat tagt zu “Smart Government”

Waren es die vielen Studien, die Deutschland im Bereich E-Government Nachholbedarf attestierten? War es die Flüchtlingssituation, die vor Augen führte, was (nicht) möglich ist, wenn die Verwaltungsprozesse (nicht) föderal vernetzt, digital ablaufen? Oder ist es eine kritische Masse an digital affinen Menschen in Führungspositionen? Auf dem 19. Effizienten Staat wurde jedenfalls deutlich: Es geht wieder was, bei der Digitalisierung der Verwaltung! Aber der digitalen Aufbruchsstimmung – muss nun digitaler Tatendrang folgen.

Viel Druck kommt aus dem Bundeskanzleramt: Der dortige Staatsminister und Eröffnungsredner des Effizienten Staates, Prof. Dr. Helge Braun, ist zuständig u. a. für Bürokratieabbau und die Bund-Länder-Koordination. Nachdem in den vergangenen Jahren eher die “lowhanging-fruits” beim Bürokratieabbau geerntet wurden, ist hier nun eine schwierigere Zeit angebrochen: Große Erfolge sind nur noch zu feiern, wenn die Verwaltung ihre Verfahren digitalisiert. Auf der anderen Seite ist Braun als Bund-Länder-Koordinator hautnah dabei gewesen, als die Flüchtlingssituation das in großen Teilen noch analoge Bund-Länder-Asylverfahren überforderte. Das Bundeskanzleramt ist bemüht, die Dynamik aus der Digitalisierung des Asylverfahrens auch auf andere Bereiche der Verwaltungszusammenarbeit zu übertragen. Seine Ansätze hierfür: Prinzip der One-Stop-Agency, Abschaffung vielfältiger Schriftformerfordernisse, ein föderaler Verwaltungskerndatensatz orientiert am Grundsatz der digitalen Souveränität und das Prinzip: “Nicht perfekt, aber gut genug!” Neben Braun ist auch IT-Staatssekretär Klaus Vitt aus dem Bundesministerium des Innern, der den zweiten Tag eröffnete, einer der Treiber der Verwaltungsdigitalisierung. Eines seiner Ziele: Eine einheitliche Portalstruktur der Verwaltungsdienstleistungen von Bund, Ländern und Kommunen orientiert nach Lebenslagen. Zudem sollen die Bürger dem Staat nur einmal ihre Daten geben müssen, woran auch Österreich derzeit arbeitet, wie Roland Ledinger, Leiter Bereich IKT Strategie des Bundes aus dem Bundeskanzleramt Österreich, berichtete. Im deutschsprachigen Nachbarland wird derzeit geprüft, ein Recht der Bürger auf elektronische Kommunikation mit der Verwaltung einzuführen, um den Digitalisierungsdruck weiter zu erhöhen.

Smart Government: Jetzt Weichen stellen

Mit dem Effizienten Staat tagte erstmals eine der großen deutschen Verwaltungsmodernisierungskonferenzen zu dem Thema “Smart Government”. Damit folgte der Effiziente Staat einem internationalen Trend – bereits in Korea und den USA tagten E-Government-Konferenzen zu diesem Thema. Mit Beth Noveck, ehemalige Beraterin von Barack Obama, Direktorin des “The Gov-Lab” und Autorin des Buches “Smart Citizens, smarter state” war es zudem gelungen, eine der renommiertesten Vordenkerinnen von Staats-Innovationen als Hauptrednerin zu gewinnen. Näher beleuchtet wird dieses Thema im Trendreport “Effizienter Staat” zum Thema “Smart Government – Regieren und Verwalten in Deutschland im Jahr 2030”, der dieses Jahr erstmals von der Prognos AG und dem Behörden Spiegel zur Konferenz erstellt wurde. Er soll das Thema des Kongresses vertiefen und, vor allem durch die zehn Handlungsempfehlungen, den Impact des Kongresses erhöhen. Auch wenn die Möglichkeiten und Chancen von Smart Government noch in der Zukunft liegen sollten, schon jetzt müssen die richtigen Weichen gestellt werden.

Effizienter Staat als Plattform

Die Kongressmesse für die digitale Verwaltung “Effizienter Staat” 2016 traf mit “Smart Government” den Nerv der Zeit, das zeigten die hochrangigen Referenten, die rund 600 Teilnehmer und die 30 beteiligten Unternehmen. Rund um den Kongress ist in diesem Jahr viel Dynamik zu spüren gewesen, was den Gedanken einer “Konferenz als Plattform” stärkt: Zu nennen sind hier u. a. der Vorabendempfang von der demos GmbH mit Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, als Rednerin, das Presse-Event mit Beth Noveck bei der Stiftung Neue Verantwortung und die Ausrichtung der 5. OGD DACHLi, in Kooperation mit GovData – Das Datenportal für Deutschland und die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung. Im nächsten Jahr feiert der Effiziente Staat sein 20-jähriges Bestehen.

Titelblatt_Programm_2016

 

 

Programmbroschüre Effizienter Staat 2016

 

 
Nachbericht_2016 

 

Einen ausführlichen Nachbericht zum Effizienten Staat / Bundeskongress Haushalt und Finanzen / OGD-DACHLi gibt es hier.  

 

 


  • Guido Bach, Senior Director, FitchRatings: „Die Bonitätsbewertung deutscher Kommunen durch Fitch Ratings“
  • Dr. Ulrich Bergmoser, Institut für Public Management Hamburg
  • Sarah Breckheimer, Metropolregion Rhein-Neckar GmbH: „Die Metropolregion Rhein-Neckar als Blaupause für den Staat 4.0? – Wirtschaft und Verwaltung in gemeinsamer Wertschöpfungskette!“
  • Kai Fryder, Business Development Manager Public Sector, Amazon Web Services: „Die Rolle der Cloud im Smart Government“
  • Hans-Georg Göhring, Direktor Informationstechnikzentrum Bund (ITZ Bund)
  • Melanie Handreck, Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg und Bernhard Krabina, KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung: „Open Government Data Cockpit“
  • Christian Horn, Geschäfts- und Koordinierungsstelle GovData, Freie und Hansestadt Hamburg, Finanzbehörde:
    „Deutschland auf dem Weg zum neuen OGD-Metadatenstandard“
  • Werner Haßenkamp, Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen
  • Christian Jacob, Innovationsmanager, Stromnetz Berlin: „Energyhack – Apps für die Energie der Zukunft“
  • Robert Kamrau, Geschäftsbereichsleiter Öffentlicher Dienst, Alcatel-Lucent Enterprise: „Der Mobile Verwaltungsarbeitsplatz – Arbeiten 4.0“
  • Lars Kastning, Abteilungsleiter Haushalt und Aufgabenplanung, Finanzbehörde Hamburg
  • Fabian Kirstein, Fraunhofer FOKUS: „Policy Compass – Evaluation von Politik auf Basis von Open Data“
  • Marc Kleemann, Market Delivery Manager, SDI and E-Government, con terra – Gesellschaft für Angewandte Informationstechnologie mbH
  • Annette Kleffel, Leiterin Data Driven Innovation, Technologiestiftung Berlin: „Schöne Dinge mit Daten“
  • Lars Martin Klieve, Stadtkämmerer der Stadt Essen
  • Dr. Tobias Knobloch, stiftung neue verantwortung (snv)
  • Dr. Gustav Lebhart, Leiter Landesstatistik Wien und Data Governance Koordinator: „Data Governance – Viel Lärm um Nichts? Strategisch-analytische Verwaltungssteuerung im Zeitalter der Digitalisierung“
  • Hubert Ludwig, Geschäftsführer DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH
  • Thomas Margner, Hewlett Packard Enterprise: „IT Fabrik in der Hybrid IT“
  • Thomas Müller-Marques Berger, Global Leader International Public Sector Accounting, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
  • Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin, Initiative D21 und Dr. Petra Wolf, Business Technology, Public Sector Capgemini Application Services: „E-Government-Akzeptanz by Design – praktische Anwendung von Kriterien zur Prüfung und Gestaltung von E-Government im Staat 4.0!“
  • Dr. Thomas Ortseifen, Landeshauptstadt Wiesbaden und Markus Rodermund, T-Systems International GmbH: „Digitalisierung. Einfach. Machen.: eAkte Wiesbaden – ein Beispiel aus der Praxis“
  • Karola Scherler, Senatsverwaltung für Finanzen Berlin
  • Jan Tiessen, Projektleiter Trendreport, Prognos AG: „Vorstellung Trendreport – Smart regieren, smart verwalten – Wie werden sich Politik und Verwaltung durch Smart Government verändern?“
  • Beate van Kempen, Produktmanagement, LVR-Infokom, Köln: „Von der „Digitalen Transformation“ zur „MENTALEN Transformation im Digitalen Zeitalter“: Ansprüche für den Standort Deutschland 4.0 und: Die AGILE Verwaltung (4.0) auf dem Weg dorthin?!“