Kongress 2014

Das war der 17. Verwaltungskongress Effizienter Staat

adobe Programm 17. Effizienter Staat

adobe Nachberichterstattung: 17. Effizienter Staat

Anything goes digital – das Internet und moderne Informationstechniken bestimmen mittlerweile den Alltag von Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Dabei wirft die Digitalisierung der Gesellschaft auch für den Staat eine Reihe von wichtigen Handlungsfeldern auf, die weit über das klassische E-Government hinaus gehen. Der digitale Wandel in Gesellschaft und Industrie bedarf einer digitalen, modernen und innovativen Verwaltung, die ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzt, um die sich ergebenen Potenziale optimal zu heben. Auch im digitalen Zeitalter ist Verwaltung ein bedeutender Standortfaktor und kann die Rolle eines Modernisierungsmotors übernehmen.

Hierfür muss sich aber auch die Verwaltung wandeln: Das magische Dreieck aus Aufgaben- und Komplexitätszuwachs der Verwaltungsarbeit, stagnierender und schrumpfender Verwaltungsausgaben und knapper Personalausstattung wird auch in der absehbaren Zukunft die Rahmenbedingungen der Verwaltung bestimmen. Drängender noch: Schuldenbremse und der demographische Wandel innerhalb der Verwaltung werden die Situation ebenfalls verschärfen.

Das diesjährige Motto „Agenda 2020 – digital, effizient, gemeinsam“ greift diese Überlegungen auf. Eine föderal abgestimmte und gemeinsam betriebene Modernisierungs- und Digitalisierungsagenda kommt den Bedürfnissen von Bürgern und Wirtschaft entgegen und entspricht einem effizienten Umgang mit den Ressourcen. Auch die weitere Öffnung der Verwaltung, im Sinne von Co-Creation, Open Innovation und Partizipation, ist ein wichtiger Zukunfts-Baustein.

Spitzentreffen der Modernisierer: Effizienter Staat findet erstmalig parallel zum Bundeskongress Haushalt und Finanzen statt

In diesem Jahr werden erstmalig der Verwaltungskongress Effizienter Staat und der Bundeskongress Haushalt und Finanzen gemeinsam tagen. Zwar bleiben die beiden Programme eigenständig, an ausgewählten Programmpunkten werden jedoch beide Communities und Themenspektren verknüpft. Damit soll der Dialog und das Verständnis zwischen den Verwaltungsmodernisierern und den Haushaltsmodernisierern gestärkt werden, denn viele Themen bedingen und ergänzen sich gegenseitig. Zusätzlich widmet sich der Effiziente Staat in diesem Jahr mit einer Unterkonferenz dem Thema Industrie 4.0 und beleuchtet hier vor allem die Schnittstelle zwischen Industrie und Verwaltung.


17. Effizienter Staat

Wenn Staat und Kommunen in der beginnenden 18. Legislaturperiode den nächsten Schritt in die Zukunft gehen, können sie dies nur digital, effizient und gemeinsam. Optimierung vorhandener Verfahren und Prozesse als Ganzes zu begreifen und zu steuern ist notwendig. Neues gilt es ebenso ganzheitlich, für alle Verwaltungsebenen gemeinsam, zu initialisieren. Digitale Schnittstellen stehen im Vordergrund dieses Prozesses. Die Bürger müssen ebenfalls Bestandteil der digitalen Modernisierung sein, ihre Bedürfnisse wie Kompetenzen Planungsgrundlage und Maxime. Zudem müssen Antworten auf Compliance-Fragen in einer digitalen Welt gefunden werden.

Fachtagung 4.0: Industrie und Verwaltung

Zusätzlich widmet sich der Effiziente Staat in diesem Jahr mit einer Fachkonferenz anlässlich des Themas „Industrie 4.0“ den daraus zu erwartenden Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung der Zukunft („Verwaltung 4.0“). Industrie 4.0 ist die Zukunftsinitiative der Deutschen Industrie an der Schwelle zur 4. Industriellen Revolution im Zeitalter des Internets der Dienste und der Dinge. Beleuchtet und diskutiert werden sollen die Schnittstellen zwischen Industrie und Verwaltung, die gemeinsame Aufgabe und korrespondierende Verantwortung, den Standort Deutschland, seine Produktionsbedingungen und seine Wertschöpfungsstärke im internationalen Wettbewerb infrastrukturell und mit den vielfachen wirtschaftsaffinen Funktionen der öffentlichen Verwaltung im föderalen Staat zu sichern und zukunftsorientiert zu entwickeln. Kollaborative Systeme zwischen Industrie

und Verwaltung müssen in neuer Qualität forciert werden, wenn wir gemeinsam „Made in Germany“ als unsere Wohlstandsbasis im internationalen Wettbewerb erhalten wollen. Industrie 4.0 wird langfristig ohne eine sich auf gleicher Augenhöhe mit entwickelnden Verwaltung nicht gelingen. Die Fachkonferenz findet am 1. April auf dem Verwaltungskongress Effizienter Staat statt.

Bundeskongress Haushalt und Finanzen

Die Erhöhung der Steuerungsfähigkeit, eine nachhaltige Haushaltsführung, der optimale Einsatz der knapper werdenden Ressourcen und die Finanzarchitektur des Staates stehen im Mittelpunkt des Bundeskongress

Haushalt und Finanzen. Der Bundeskongress findet am 2. April auf dem Verwaltungskongress Effizienter Staat statt. Mehr dazu unter www.haushalt-modern.de

adobeEine Informationsbroschüre mit weiteren Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

 


17. Effizienter Staat / Fachtagung 4.0: Schnittstellen Industrie und Verwaltung am 1. April 2014

Die deutsche Industrie steht vor der vierten industriellen Revolution, die i.W. durch das Internet der Dinge und Dienste in Gang gesetzt wird. In der Produktion entstehen sogenannte Cyber-Physical Production Systems (CPPS), die eigenständig Informationen standortunabhängig austauschen können. CPPS schaffen Smart Factories, der Inbegriff des Zukunftsprojekts „Industrie 4.0“. Industrie 4.0 hat Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft, die in die Systeme eingebunden sind. So muss Deutschland branchenübergreifend gemeinsame Normen und Standards sowie geeignete Referenzarchitekturen anstreben und die bestehende Infrastruktur für Informations-, Produktions- und Kommunikationstechnik erneuern; auch sind neueste innovative Arbeitsorganisationen nötig.

Die von „Industrie 4.0“ bislang adressierten Partner – Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft – müssen um die öffentliche Verwaltung, mit ihrem Auftrag im föderalen Staatsaufbau auf allen Stufen ergänzt werden, soll die Zukunftsinitiative nachhaltig erfolgreich werden. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die jeweiligen IT-Systeme und deren möglichst medienbruchfreien Interoperabilitäten; es geht darüber hinaus im Kern und weitergehend um die Balance zwischen innovativer Zukunftsgestaltung, der Beachtung finanzieller Rahmenbedingungen, der Wirkung von Verwaltungshandeln in gesamtkonzeptionellen vertikal und horizontal Ebenen übergreifendem Selbstverständnis und strategischer wie operationaler Aktion gerade auch gegenüber und mit der Wirtschaft und den Unternehmen am Standort.

Dies auch und besonders vor den zukünftig im demografischen Wandel eingeschränkten Personalressourcen, die auch die öffentliche Verwaltung auf allen Stufen des föderalen Staatswesens vor große Herausforderungen stellen wird.

Eine zukunftsfeste Verwaltung („Verwaltung 4.0“?) hat dabei sowohl Innen- wie Außensichten, gesamtkonzeptionell im Blick, die effiziente Abwicklung der unternehmens- und bürgerbezogenen Verwaltungsprozesse mit geringstem bürokratischen Aufwand und mit dem Anspruch sich korrespondierend und auf Augenhöhe mit der Zukunftsinitiative „Industrie 4.0“ zu entwickeln.

Im Besonderen ist sie sich darüber klar, dass sie in Ihrer Verantwortung für die Prosperität des Standortes Deutschland, für die Zukunftsfähigkeit von „Made in Germany“ nicht nur der Garant der stabilen Rechts- und Wirtschaftsordnung ist, in der unsere Unternehmen agieren können, sondern darüber hinaus – mit ihren wirtschaftsaffinen Dienstleistungen, der Gewährleistung und Instandhaltung öffentlicher Infrastruktur – auch Kostenfaktor am Standort und für die Unternehmen im internationalen Wettbewerb ist.

Die Fachtagung behandelt dazu Trends und Prognosen im Internet der Dienste und der Dinge, sie fokussiert insbesondere auf zu erwartende Auswirkungen und Herausforderungen auf die modernisierte Verwaltung der Zukunft, auch vor dem Hintergrund der demographischen Veränderung, der kommenden Schuldenbremse, der Entbürokratisierung und der Chancen elektronischer Prozessmodernisierung:

  • Wie können Ansätze, Modelle von „Industrie 4.0“ auf die öffentliche Verwaltung übertragen werden und welchen Beitrag kann die Wirtschaft für die öffentliche Verwaltung leisten und umgekehrt?
  • Welche Anforderungen werden in Zukunft an die Verwaltung gestellt und wie verbinden sich Kunden-, Kommunikations- und Prozessorientierung im Kontext von „Industrie 4.0“ in Zeiten knapper Kassen?
  • Wie können Entwicklungen innerhalb und außenhalb der Verwaltung im Gesamtkonzept kommuniziert, positiv empfind- und mitgestaltbar gemacht werden? Brauchen wir eine neue Dachmarke – „Verwaltung 4.0“?
  • Lassen sich Korrespondenzen und Erkenntnisse aus der Initiative „Industrie 4.0“ für die öffentliche Verwaltung generieren?
  • Welche Konzepte machen die Verwaltung nachhaltig in Zukunft attraktiv für den Nachwuchs? Was erwarten die Digital Natives an Funktionalitäten und „Spaß an der Arbeit“, wenn sie demnächst auf Verwaltung treffen und dort erfolgreich sein wollen und sollen?
  • Welche Denk- und Sprachmuster aus Industrie und Verwaltung können gegenseitig gewonnen werden? Wie können Lernprozesse für beide Seiten zum besseren Verständnis der jeweiligen Strukturen, Mechanismen und Besonderheiten führen und gewonnen werden?
  • Kann es mit einer gemeinsamen Dachmarke gelingen, die vorhandenen „Innovationsinseln“ und Aktivitäten strategisch zu bündeln, nachhaltig zu vernetzen, „Doppelerfindungen“ und ein bisweilen wenig koordiniertes Nebeneinander für den Standort Deutschland besser auszurichten?
  • Wie kommen wir in die Köpfe der Führungskräfte in den Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen sich auf einen solchen Weg in die Zukunft zu begeben? Wie machen wir dazu Mut? Welche Best Practices können dafür als Kommunikationsgrundlage dienen?
  • Wie schaffen wir – auch im Blick auf das Ressortprinzip in Bund und Ländern neue Formen der Zusammenarbeit und Kooperation? Wie gehen wir die unverzichtbare Kooperation und den Erfahrungsaustausch zwischen Verwaltung und Wirtschaft an zum gegenseitigen Vorteil an?

Solche – und weitere – Fragestellungen werden den Modernisierungsprozess der Öffentlichen Verwaltung in die Zukunft begleiten und prägen, es lohnt sich darüber intensiv zu diskutieren. Die fachliche Leitung und Moderation der Fachtagung erfolgt in Zusammenarbeit mit IVM² Institut für Verwaltungsmanagement, Mittelstandsforschung und Zukunftsplanung

ivw²

Weiterführende Informationen auch unter:

http://www.behoerden-spiegel.de/

http://www.ivmhoch2.de/Verwaltung40.html