Kongress 2012

Das war der Effiziente Staat 2012

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adobe Programm Effizienter Staat 2012

adobe Die komplette Nachberichterstattung zum Effizienten Staat 2012 im Behörden Spiegel gibt es hier als PDF.


Innovationstreiber Verwaltung

Vernetzung, Transparenz  bzw. Partizipation zentrale Handlungsfelder von Carsten Köppl, Programmleiter Effizienter Staat

Bild2012Die Bürger der Stadt Mühlheim an der Ruhr können online am neuen Lärmaktionsplan der Verwaltung mitarbeiten. Über Open Budget 2.0 (vorgestellt von Jörn von Lucke) kann weitgehende Haushaltstransparenz von Bund, Länder und Gemeinden hergestellt werden, als zwingende Bedingung für Beteiligung. Über die Nutzung von sozialen Netzwerken (mit klaren Spielregeln) können Verwaltungsmitarbeiter aus unterschiedlichen Städten, Ländern und Bundesbehörden konkrete Umsetzungserfahrungen austauschen. All das ist die „Perspektive Mitmach-Staat“ – das Motto des diesjährigen Effizienten Staates.

Schon 2009 sprach der US-amerikanische Vordenker der Internetgesellschaft Tim O’Reilly von dem Staat als Plattform („Government as a platform“). Analog zu erfolgreichen IT-Firmen, sollte der Staat u.a. offene Standards bieten (z.B. durch Open Government Data), für Partizipation entwickeln, von den „Usern“ lernen, die Hürden senken um mehr zu experimentieren und die die „Entwickler“ feiern.

Auf dem diesjährigen D-A-CH-Verwaltungskongress „Effizienter Staat“, zu dem rund 550 Teilnehmer in Berlin begrüßt werden konnten, zeigte sich, dass viele dieser Überlegungen langsam Eingang in die deutschsprachige Verwaltungskultur finden: In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Verwaltung auf allen Ebenen dabei, Open Government Data Portale aufzubauen, bzw. hat bereits entsprechende Online-Portale laufen (siehe hierzu Seite 24 Behörden Spiegel, Mai-Ausgabe). Interessant ist, dass die Verwaltung (im Schulterschluss mit zivilgesellschaftlichen Vereinigungen und der Wissenschaft) hierbei als Innovationstreiber auftritt. Anders als beispielsweise in den USA, Großbritannien oder Australien ringen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Verwaltungen noch um politische Unterstützung. Die sonst so beteiligungsfreudige und social-media-begeisterte Politik hält sich hier noch auffällig zurück. Politische Rückendeckung ist jedoch unabdingbar, wollen sich die Vordenker innerhalb der Verwaltung nicht bald fehlende Legitimität vorwerfen lassen. Daher zeugt es zumindest von Unkenntnis, wenn der Öffentliche Dienst immer wieder als Gegner von Open Government ausgemacht wird – auch wenn es nicht gänzlich falsch ist. Darüber hinaus schwächt es aber die „Verbündeten“ innerhalb der Verwaltung und adressiert die falsche Ebene.

Eine Aufgabe ist es daher, die Idee Open Government (nicht als technokratischer Begriff sondern als konkreter Anwendungsfall) ins Land zu tragen und bei Bürgern und Politik für mehr Unterstützung zu sorgen. Ein Weg hierzu, ist der neu geschaffene Preis für Online-Partizipation, der erstmalig auf dem Effizienten Staat verliehen wurde. Die Initiatoren des Preises, die Init AG und der Behörden Spiegel, wollen damit erfolgreichen Projekten eine breite Öffentlichkeit bieten und so zu einer stärkeren Förderung der Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen beigetragen – Wennigsen und Dresden sind in diesem Jahr die Preisträger (mehr dazu auf Seite 6 im Behörden Spiegel, Mai-Ausgabe).

Neben der Vernetzung von Verwaltungen mit den Bürgern, ist die Netzwerkfähigkeit von Verwaltungen untereinander im Sinne von Effizienz- und Qualitätssteigerungen eine der wichtigsten Zukunftsherausforderungen. Dabei ist moderne ITK „zwar eine notwendig, aber keineswegs ausreichende Bedingung (…). Ebenso entscheidend ist die organisatorische Interoperabilität (…)“, schreiben Tino Schuppan, Hermann Krallmann und Wolf Zimmer in dem neuen Buch „Bausteine einer vernetzten Verwaltung“, das auf dem Verwaltungskongress von Mitherausgeber und CSC-Geschäftsleitungsmitglied Dr. Alfred Zapp erstmals vorgestellt wurde. Dazu gehört auch das Personal im Öffentlichen Dienst, auf das neue Anforderungen durch das Arbeiten in vernetzten Strukturen zukommt.

Cornelia Rogall-Grothe, Innenstaatssekretärin und IT-Beauftragte der Bundesregierung, drückte das in ihrer Eröffnungsrede so aus: „Ziel ist es, die Verwaltung fit zu machen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, Vernetzung und Transparenz seien hierbei die zentralen Handlungsfelder.


Hauptprogramm

  • Dr. Carl-Christian Buhr, Mitglied des Kabinetts von Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäische Kommission / Digitale Agenda: “Die Open-Data-Strategie der EU-Kommission”
  • Harald Lemke, Sonderbeauftragter für E-Government und E-Justice, Deutsche Post AG: „Die E-Post-Welt und nach De-MailG akkreditierte Dienste der Deutschen Post“
  • André Schulz, Senior Client Executive – Public Sector und Dr. Karsten Winkler, SAS Deutschland: “Soziale Netzwerke: Chance zur Verbesserung der Kommunikation mit den Bürgern”
  • Klaus Vitt, CIO der Bundesagentur für Arbeit: “Exklusiv: Zukünftige Ausrichtung der Bundesagentur für Arbeit und Implikationen auf die IT”
  • Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich, Bundeskanzleramt: “Bürgernahe Verwaltung durch mobile government”
  • Dr. Katrin Suder, Leiterin Public Services Sector, McKinsey & Company und Dr. Sebastian Muschter, Leiter IT-Practice im Public Services Sector, McKinsey & Company: “Bürgerbeteiligung online contra Datenschutz – Deutschland am Scheideweg”

Podiumsdiskussion:  “Perspektive Mitmachstaat: liquid, crowd und open – moderne Bürgerbeteiligung als Tor zu einer neuen Demokratie”

  • Prof. Dr. Ines Mergel, Professur für Public Administration, Department of Public Administration and International Affairs an der Maxwell School of Citizenship and Public Affairs, Syracuse University

Forum I: Open Government im Verwaltungsprozess

  • Prof. Dr. Reinhard Riedl, Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung, Berner Fachhochschule
  • Carl-Markus Piswanger, E-Government Architekt, Bundesrechenzentrum GmbH, Wien und Gregor Eibl, Bundeskanzleramt Österreich: “Projektbericht DATA.gv.at”
  • Stefan Gehrke, Open Data Network

Forum II: Digitaler Staat: Government Cloud – Dienstleitungszentren – Vernetzung

  • Dr. Matthias Flügge, Fraunhofer FOKUS: „Cloud-basierter Marktplatz für vertrauenswürdige Dienste aus Verwaltung und Wirtschaft: goBerlin“

Forum V: Nachhaltige Beschaffung

  • Prof. Dr. Ralf Leinemann, Leinemann & Partner Rechtsanwälte: „Die rechtlichen Leitplanken: Wird das Vergaberecht anders?“

FORUM VI: Roundtable-Gespräch: D-A-CH-Zusammenarbeit bei Open Government

Forum VII: Energiewende & Co.: Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten

  • Anna Renkamp, Project Manager, Bertelsmann Stiftung: Bürgerbeteiligung und Planungsverfahren – Erfolgsfaktoren für wirksame Bürgerbeteiligung”
  • Rolf Lührs, Geschäftsführer DEMOS Gesellschaft für E-Partizipation mbH: „höchstspannend.de – Ein Online-Bürgerbeteiligungsprojekt zum Ausbau des Höchstspannungsnetzes in Deutschland“
  • Dr. Lars Witteck, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Gießen

Forum IX: open source berlin – Effizienz durch Offenheit

  • Martin Weber, Geschäftsführer, akquinet tech@spree GmbH:“In 50 Tagen von IBM zu Open Source”
  • Reinhard Karge, Senior Manager, run Software-Werkstatt GmbH: “Kommunikative Anwendungen durch Einsatz von Standardbausteinen”
  • Holger Wesser, Projektleiter, tarent solutions GmbH: ”Effiziente Integration von Fachanwendungen”

Forum X: Jetzt wird abgerechnet! Innovative Bezahl- und Abrechnungslösungen für öffentliche Verwaltungen

Forum XI: Social-Media-Leitfäden für die Verwaltung

Forum XIII: Strategische Haushaltssteuerung in Zeiten der Schuldenbremse

Forum XV: Praxisforum E-Identität / E-Government

  • Adelbert Morgenthaler, E-Government-Beauftragter der Bundesagentur für Arbeit: “E-Government der BA und elektronisches Kundenidentitätsmanagement”
  • Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich Bundeskanzleramt: “Handy-Signatur”
  • Frank-Rüdiger Srocke, Bundesministerium des Innern
  • Dr. Stefan Werres, Bundesministerium des Innern, Referat O 5: “Elektronische Rechnungsbearbeitung in der öffentlichen Verwaltung – Potenziale und Perspektiven”

Forum XVI: Neue Arbeitsorganisation durch E-Government – elektronische Fesseln oder kreative Freiheit?

Forum XVII: Geschäftsprozessmanagement und seine Auswirkungen auf die IT

  • Thomas Boosz, Fachlicher Leiter, Bundesagentur für Arbeit: “Vom Geschäftsprozessmodell zur Rollenbasierten Oberfläche”
  • Georg Gelhausen, Bundesministerium des Innern, Referat O 5: “Zwei Jahre Nationale Prozessbibliothek: Aktueller Stand und Perspektiven”
  • Prof. Dr. Dagmar Lück-Schneider, Lehrgebiet Verwaltungsinformatik, HWR Berlin: „Von einzelnen Optimierungsprojekten hin zu institutionalisiertem Geschäftsprozessmanagement“