Digitalisierung der Stadt

Die Oberbürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch, von Ulm, Gunter Czisch, und von Kiel, Dr. Ulf Kämpfer, sowie der Landrat von Cochem-Zell, Manfred Schnur, auf dem Digitalen Staat. (Foto: BS/ Dombrowsky)

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wird in den Städten unterschiedlich (schnell) vorangetrieben. Einig sind sich die jeweiligen Stadtoberhäupter allerdings, dass das Thema weiterhin Bestand haben wird und mit Engagement angegangen werden muss. „Digitalisierung ist kein Strohfeuer“, betont der Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Dr. Ulf Kämpfer, auf dem Fachkongress Digitaler Staat des Behörden Spiegel. (21.03.2018)

Den Blick auf Partnerstädte oder andere Länder, die bei der Digitalisierung schon weiter sind, empfindet Kämpfer als ermutigend. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Kieler Woche, schuf der Oberbürgermeister in seiner Stadt die so genannte „digitale Woche“. Der Anklang, den diese erstmals fand, bestätige die Bedeutung des Themas für die Stadt. Kiel habe mittlerweile mehr Arbeitsplätze in der IT, als in den Werften und der Marine zusammen, betont Kämpfer und plädiert für einen „reflektiert optimistischen Zugriff auf Digitalisierung“.

Einen solchen sieht auch der Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Gunter Czisch, als Instrument zur Stadtentwicklung. Er betont, dass Digitalisierung bedeute, auch neue Wege zu gehen und teilweise Kontrollverluste auszuhalten. Städte müssten einen authentischen Weg finden, dieses Mammutprojekt umzusetzen, das aber bisher zu sehr von IT getrieben sei. „Wir müssen das Thema Digitalisierung stärker emotionalisieren“, fordert Czisch.

Probleme nicht aus dem Blick verlieren

Auf die Hürden beziehungsweise Schwierigkeiten bezüglich der Digitalisierung macht der Oberbürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch, aufmerksam. Das seien insbesondere Fragen zur Cybersicherheit und zum Datenschutz, die bei allen Strategien mitgedacht werden müssten. Um eine breite Zustimmung zu solchen von Grund auf zu gewährleisten, erprobe sich das „digitale Ökosystem Darmstadt“ an einem Beteiligungsprozess via so genannter Stadtlabore. Der Landrat des Landkreises Cochem-Zell, Manfred Schnur, deutet indes auf die Digitalisierung als Problemlöser hin. Gerade für den ländlichen Raum bedeute diese die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe. „Der ländliche Raum hat die Wichtigkeit der Digitalisierung für das Überleben erkannt“, schließt Schnur.