Breitbandausbau vorantreiben

Das Ende der Kupfer-Ära scheint sich fortzusetzen. Vodafone und der Deutsche Landkreistag möchten nun stärker miteinander kooperieren, um das Glasfasernetz auszubauen. Dann bewegen sich die Daten in Lichtgeschwindigkeit durch die Leitungen – statt im Kriechtempo. (Foto: Marvin Siefke/ www.pixelio.de)

Der Deutsche Landkreistag (DLT) und Vodafone Deutschland haben gemeinsam eine verstärkte Kooperation bestätigt, um den Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln voranzutreiben. Das Unternehmen möchte über den Landkreistag die Landkreise, Städten und Gemeinden besser adressieren können. Der DLT wiederum hofft auf eine Attraktivitäts- sowie Effizienzsteigerung der Landkreise.

Deutschland darf den Anschluss nicht verpassen

“Wir brauchen eine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur. Und zwar möglichst schnell, damit Deutschland nicht den Anschluss an eine Welt verpasst, in der der Digitalisierung immer größere Bedeutung zukommt. Gerade in ländlichen Räumen sind hierfür so genannte Landkreis- und Gemeindemodelle besonders gut geeignet”, so der DLT Präsident Landrat Reinhard Sager.

Den vorläufigen Koalitionsvertrag, der sich stärker dem Thema Glasfaser widmet, bewertet der Landkreistag positiv. Aber: “Jetzt muss allerdings Dampf unter den Kessel, damit wir tatsächlich zügig eine flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaser erreichen können”, betont Sager.

Zwei Milliarden Euro für Glasfaser

Die Digitalisierung werde nach einer eigenen Umfrage, die der DLT aktuell auswerte, von vielen Landkreisen als große Chance gesehen. Mehr als die Hälfte würden sich Effizienzgewinne bezüglich der Verwaltungsorganisation sowie eine Attraktivitätssteigerung gegenüber den Unternehmen und Bürgern erhoffen. “Aber wenig überraschend ist, dass der fehlende oder unzureichende Breitbandausbau das größte Hemmnis für digitale Angebote darstellt”, verdeutlicht der DLT Präsident.

Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter führt weiter aus: “Über die Hälfte aller deutschen Firmen surft nach wie vor mit weniger als 30 Megabit. Und auf dem Land werden selbst solche Werte selten erreicht. Hier regiert – für Unternehmen und Bürger – noch viel zu oft Kriech-, statt Lichtgeschwindigkeit.” Mithilfe eines zwei Milliarden umfassenden Ausbauprogrammes sollen Gemeinden wie Gewerbegebiete mit Glasfaserkabeln erschlossen werden. Ametsreiter fährt fort: “Unser Credo für den Breitbandausbau in den ländlichen Räumen lautet: Mindestens eine, dafür aber wirklich flächendeckende Infrastruktur. Das gilt im Festnetzbereich ebenso wie im Mobilfunkbereich.”

“Bei der Umsetzung der geplanten Bundesförderung in Höhe von zehn bis zwölf Milliarden Euro muss die bisherige starke Funktion der Kreise erhalten bleiben. Der Ausbau in Deutschland ist ohne die Landkreise und Gemeinden nicht zu stemmen. Wo stünden wir heute, wenn sich die Landkreise dem Ausbau nicht angenommen hätten?”, unterstreicht Sager die besondere Rolle der Landkreise in diesem Zusammenhang.