E-Rechnung – Mitten in das Herz der Verwaltung

Bis spätestens 2020 müssen die Verwaltungen die E-Rechnung annehmen und verarbeiten können. Aktuell existieren mit xRechnung und ZUGFeRD 2.0 zwei große Formate auf dem Markt. (Foto: svort, fotolia.com)

“Beide Formate – ZUGFeRD 2.0 sowie die xRechnung, sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Das eine Format ist eher für die Wirtschaft, das andere eher für die Verwaltung. Entscheidend ist, dass die E-Rechnung Einzug in Deutschland hält”, untermauerte Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin der Mittelstandspolitik den Standpunkt des Bundeswirtschaftsministeriums auf der 4. FeRD Konferenz in Berlin. Der Entwicklungsprozess, den die E-Rechnung durchlaufen hat, habe als Rechnungsformate die xRechnung sowie ZUGFeRD hervorgebracht.

Im Zusammenhang des Online-Zugangsgesetzes (OZG) sollen viele Verwaltungsleistungen innerhalb von fünf Jahren elektronisch angeboten werden. Die Umsetzung der E-Rechnung soll dabei für Regierungsstellen bis zum 18. April 2019 abgeschlossen sein. Den Kommunen sowie Bundesländern wurde vom Gesetzgeber ein Jahr länger eingeräumt.

Denn: “Die E-Rechnung trifft die Verwaltung mitten ins Herz”, erklärte Matthias Hauschild vom Deutschen Landkreistag. Alle Mitarbeiter, die am Auszahlungsprozess beteiligt seien, bräuchten entsprechende Regelungen und Dienstanweisungen. Des Weiteren müssen die E-Rechnungsformate der EU-Norm entsprechen, welche kooperativ von allen EU-Staaten entwickelt wurde. Deutschland und Frankreich waren dabei Vorreiter und haben sich stark eingebracht. “Aber nicht alle Anliegen aus Deutschland finden sich in der EU-Norm wieder”, so Hauschild.

Beispielsweise habe die EU-genormte E-Rechnung kein Skonto-Feld. Hierfür würde dann auf nationaler Ebene auf andere existierende Felder wie Kunden- oder Mengenrabatt zurückgegriffen werden, um dies auszutricksen.Sowohl die xRechnung als auch ZUGFeRD 2.0 würden beide die europäische Norm einhalten. Nur ersteres müsse von Verwaltungen angenommen werden, genauso wie das EU-Format. Zweiteres darf hingegen vom Grundsatz her auch abgelehnt werden können.

Im Hinblick auf die durch den Mailverkehr mit den Rechnungen zukünftig steigenden Datenmengen im Internet brauche Deutschland ein flächendeckendes schnelles Internet. Deshalb fordern der Bitkom, der Breko aber auch der Deutsche Landkreistag in diesem Zusammenhang, den Ausbau des Glasfasernetzes weiter zu beschleunigen. Auch der ländliche Raum solle dabei berücksichtigt werden, da dort viele Klein- und Familienunternehmen angesiedelt seien.