Industrieland Deutschland bei Digitalisierung abgeschlagen

Abgeschlagen auf der Datenautobahn der Volkswirtschaften: Deutschland hat im weltweiten Vergleich noch immensen Nachholbedarf. (Foto: nuamfolio, fotolia.com)

Im Konzert der Volkswirtschaften spielt Deutschland nicht die erste Geige – jedenfalls was die Durchdringung der Digitalisierung angeht. Die Bundesrepublik steht im Vergleich zu konkurrierenden Ländern des Spitzenfeldes abgeschlagen auf dem 17. Platz. Skandinavische Länder wie der Spitzenreiter Finnland haben Deutschland (44 Punkte) um Längen überholt. 26 Punkte trennt es vom Erstplatzierten, welcher bei einem Digitalisierungsindikator von 70 Punkten liegt. Diese Werte gehen aus dem Innovationsindikator 2017 (acatech/BDI) hervor.

Obwohl Deutschland in Forschung und Technik, als hochentwickeltes Industrieland, ein Innovationsmotor sei, schwächele es gerade beim Zukunftsthema Digitalisierung. Manifest werde diese Stagnation vor allem durch einen zu langsamen Breitbandausbau sowie der fehlenden Digitalisierungsbereitschaft in manchem Unternehmen – zu wenige setzten auf Clouds und Bürokratieabbau. Auch beim Thema E-Government in den Behörden sei der Digitale Staat noch nicht angekommen und der Wandel zur digitalen Wende noch nicht in der behördlichen DNA festgeschrieben.

Gerade aber bei den Bürgern wachse das Bedürfnis nach mehr Digitalisierung. Es gäbe einen klaren Trend in Richtung digitaler Zukunftstechnologien, wie das Ifo-Institut in einer aktuellen Umfrage belegt. Wie aber kann man Unternehmen zu mehr Investitionen bewegen? Ein wesentliches Kriterium sei hierfür der Bürokratieabbau. Dies ist für ca. 30 Prozent der Bürger ein sehr wichtiges Anliegen, welches als bedeutsamer als Infrastrukturverbesserungen, Steuersenkungen und dem Abbau des Fachkräftemangels eingeschätzt wird.