Zensus 2021 wird digital

Ab dem kommenden Zensus 2021 soll das System sukzessive vom analogen Zählen auf ein digitales und registergestütztes System umgestellt werden. (Foto: S. Hofschläger, pixelio.de)

Die nächste Zensusbefragung im Jahr 2021 soll so weit wie möglich auf Basis des Internets ablaufen. Während im Jahr 2011 noch etwa ein Drittel aller Befragten ihren Fragebogen im Rahmen der Wohnungs- und Gebäudezählung online ausfüllten, soll zehn Jahre später erstmals mit einer Online-First-Strategie gearbeitet werden, um den Meldeweg über das Internet als Normalfall zu etablieren und damit gleichzeitig eine spürbare Präzisierung der Daten zu erreichen. Trotz der Priorisierung des digitalen Weges wird es den Fragebogen allerdings auch weiterhin in Papierform geben, damit Menschen mit einer geringeren Affinität zum Internet ebenfalls wie gewohnt am Zensus teilnehmen können.

Zensus auf Registerbasis

Zusätzlich zum Online-Verfahren verfolgt das Statistische Bundesamt mittelfristig den Ansatz, den Zensus zu größten Teilen auf modernisierte Register zu stützen. Auf Basis digitalisierter und verknüpfter Register könnten Daten zu Struktur und Entwicklung der Bevölkerung schneller und präziser generiert und somit öfter und mit deutlich weniger Aufwand aktualisiert werden. Da die benötigten Daten allerdings bisher nicht vollständig und teilweise nicht in der erforderlichen Qualität vorliegen, wird der Zensus 2021 neben Daten aus dem Melde- und weiteren Verwaltungsregistern weiterhin auf einer gewissen Anzahl von Haushaltebefragungen auf Stichprobenbasis sowie einer Gebäude- und Wohnungszählung basieren. In Zukunft sollen sich diese Befragungen, und somit auch die Belastung für Bürger und freiwillige Helfer, so weit wie möglich im Rahmen halten und stattdessen sämtliche Daten aus digitalisierten und aktuellen Registern abgerufen werden können.

Auswirkungen der Flüchtlingskrise

Der Zensus 2021 in Deutschland ist Teil einer europaweiten Zensusrunde, die für alle Mitgliedsländer der EU verpflichtend vorgeschrieben ist. Da die Europäische Union ab dem Jahr 2024 die jährliche Veröffentlichung von georeferenziellen Bevölkerungsdaten von seinen Mitgliedern fordert, wird eine Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltungsregister in Zukunft unumgänglich werden. Für einen rein registerbasierten Zensus benötigt die Verwaltung digitalisierte und verknüpfte Melderegister und ein noch aufzubauendes Gebäude- und Wohnungsregister. Musste die Einwohnerzahl der Bundesrepublik im Jahr 2011 noch um rund 1,5 Millionen Menschen nach unten korrigiert werden, waren die nachfolgenden Jahre durch eine starke Zuwanderung im Zuge der Flüchtlingskrise geprägt, sodass in drei Jahren von einem generellen Wachstum der Bevölkerung ausgegangen werden kann.