MRN und Hamburg kooperieren

Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung: Ralph Schlusche (Verbandsdirektor Verband Region Rhein-Neckar), Dr. Christine Brockmann (Geschäftsführerin der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH) und Jakob Richter, Leiter der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg. (Foto: MRN GmbH / Tobias Schwerdt)

Die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) und die Metropolregion Hamburg haben eine Vereinbarung zur Beschleunigung des digitalen Wandels in der öffentlichen Verwaltung geschlossen, die die Vertreter beider Regionen am Montag in Mannheim unterzeichneten.

Im Zentrum der Kooperation steht die gemeinsame Konzeption und Erprobung innovativer digitaler Lösungsansätze im Bereich der Planungs- und Bauverwaltung. Ziel ist es, Planungsprozesse sowie Baugenehmigungsverfahren in den kommenden Jahren transparenter, einfacher, schneller und kostengünstiger zu machen.

Standards für Datenaustausch erproben

„Die Prozesse in den Planungsämtern und Bauverwaltungen werden bereits heute durch IT-Anwendungen unterstützt. Jedoch sind viele der verwendeten Systeme und Datenformate nicht kompatibel miteinander. Medienbrüche und komplizierte Verwaltungsverfahren sind die Folge“, erklärte Dr. Christine Brockmann, Geschäftsführerin der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Vor diesem Hintergrund wurden im IT-Planungsrat unter Federführung der Stadt Hamburg zwei Standards entwickelt und Anfang Oktober verabschiedet: „XPlanung“ dient dabei dem verlustfreien Austausch von digitalen Planwerken, angefangen bei der Raumordnung bis hin zur örtlichen Bauleitplanung. „XBau“ ermöglicht den digitalen Datenaustausch zwischen allen am Bauantrags- und Baugenehmigungsverfahren beteiligten Akteuren, z.B. Architekten, Nachbarn oder den sogenannten Trägern öffentlicher Belange. Die beiden Metropolregionen Rhein-Neckar und Hamburg wollen „XPlanung“ und „XBau“ nun gemeinsam in die Praxis bringen.

„Hamburg ist Vorreiter bei der Digitalisierung im Bereich Planen und Bauen. Die Rhein-Neckar-Region ist bundesweites Vorbild bei der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Diese Kompetenzen wollen wir bündeln, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltungen im föderalen Kontext voranzutreiben“, so Jakob Richter, Leiter der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg.

Zwei neue Pilotprojekte

„Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus Hamburg werden in zwei geplante Pilotprojekte einfließen, die wir im Rahmen der Digitalen Modellregion Rhein-Neckar umsetzen“, sagte Ralph Schlusche, Verbandsdirektor Verband Region Rhein-Neckar. So soll im Rahmen des Projekts „Virtuelles Bauamt“ eine webbasierte Antrags- und Kooperationsplattform zur vollständig medienbruchfreien Bearbeitung von Bauanträgen entstehen. Eingebunden sind die 26 unteren Baubehörden in der Metropolregion Rhein-Neckar sowie die drei zuständigen oberen Baubehörden der Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Die CIO-Patenschaft liegt beim Land Baden-Württemberg. Im Rahmen des zweiten Pilotprojekts soll der Standard „XPlanung“ länderübergreifend erprobt und evaluiert werden. Konkretes Ziel des Projekts ist es, neue Möglichkeiten der länderübergreifenden Darstellung sowie der Auswertbarkeit baurechtlicher Festsetzungen zu schaffen. Hierdurch könnten man in Zukunft z.B. einfacher geeignete Standorte für den Wohnungsbau finden.