Startschuss für “digital@bw”

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration Thomas Strobl haben die
Eckpunkte einer ressortübergreifenden Digitalisierungsstrategie “digital@bw” vorgestellt. Die Landesregierung sieht in der Digitalisierung ein zentrales Aktionsfeld. (Foto: www.Grüne-bw.de )

Mit dem Startschuss für die Digitalisierungsstrategie “digital@bw” erfolgt nun in Baden-Württemberg die Umsetzung von 67 Leuchtturmprojekten. 265 Millionen Euro will Baden-Württemberg in den nächsten zwei Jahren für die Digitalisierung im Land ausgeben. “Wir machen ernst mit der Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie “digital@bw” – unserer Antwort auf das Silicon Valley”, betont Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Geplant seien 67 Leuchtturmprojekte aus unterschiedlichen Themenbereichen.

“Digitalisierung ist für diese Landesregierung eine Kernaufgabe”, ergänzt Digitalminister Thomas Strobl. Die Landesregierung werde bis 2021 insgesamt eine Milliarde Euro in die Digitalisierung investieren. Auch der Breitbandausbau werde konsequent verfolgt. “Wir möchten die Digitalisierung zu einer Erfolgsgeschichte für das Technologieland Baden-Württemberg machen.” Kretschmann sieht dabei in erster Linie die immensen Chancen der Digitalisierung. “Wir blenden die Risiken aber nicht aus”, verspricht er.

Im Mittelpunkt sollen die Menschen im Land stehen. Die einzelnen Projekte sollen den Menschen den Nutzen der Digitalisierung ganz konkret zeigen: im Familienleben, in der Aus- und Weiterbildung, bei der Mobilität oder der Gesundheitsversorgung. Einen Schwerpunkt legt die Digitalisierungstrategie “digital@bw” außerdem auf die Förderung von Start-ups und die Gründungsförderung.

Mit Digital Hubs will die Landesregierung die Digitalisierung in die Fläche bringen. Diese regionalen Digitalisierungszentren bieten Fortbildungs- und Vernetzungsangebote sowie Kooperationsmöglichkeiten für Mittelständler.

Mit “Landwirtschaft 4.0 nachhaltig.digital” will die Landesregierung kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe bei der Entwicklung und Einführung von digitalen Produktionsprozessen und beim Wissensmanagement unterstützen.

Nah am Menschen: Bildung, Gesundheit, Mobilität

2018 soll die digitale Bildungsplattform an den Start gehen. Mit Fortbildungen, digitalen Bildungsinhalten und Programmen zur Schulverwaltung soll sie helfen alle Generationen auf die digitale Zukunft vorzubereiten.

Modellprojekte sollen zeigen, dass durch die Nutzung digitaler Technologien die ärztliche und pflegerische Versorgung besser werden kann. “Die Digitalisierung wird den Arzt auf dem Land nicht ersetzen, sie kann jedoch die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum ergänzen”, sagt Minister Strobl.

Auch im Bereich der Mobilität sollen die Leuchtturmprojekte konkreten Nutzen für die Bürger aufzeigen. Dazu gehöre mithilfe von Verkehrsdaten Staus und Gefahren zu reduzieren und das autonome Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr zu erproben. Außerdem soll ein landesweites Online-Ticket-System den ÖPNV einfacher machen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Digitalisierung sei die Energie- und Ressourceneffizienz. “Wir werden die Digitalisierung gezielt als Innovations- und Nachhaltigkeitsmotor einsetzen, um den Rohstoffverbrauch zu minimieren und Ressourcen einzusparen”, betonte der Ministerpräsident.

Zukunft von Kommunen und Verwaltung ist digital

“Wir möchten, dass unsere Kommunen zu den Vorreitern bei der Digitalisierung gehören”, so Minister Strobl.

Dazu sollen Mitarbeiter in der Landes- und Kommunalverwaltung fortgebildet und innovative Projekte in der Fläche vorangebracht werden. So soll beispielsweise ein Zentrum für E-Government bei den Kommunalen Rechenzentren aufgebaut werden. Mit einer “Online-Verhandlungsführung” sollen beim Leuchtturmprojekt “Smarte Justiz” Zeugen oder Parteien mit weit entfernten Wohnorten oder körperlichen Einschränkungen in Gerichten live zugeschaltet werden können. Insgesamt umfasst das Volumen für Maßnahmen in diesem Bereich über 34 Millionen Euro.