Digitalisierung erfordert mentale Transformation

Hielt nahezu aus dem Stegreif einen beeindruckenden Vortrag: Dr. Erich Köster, der auf e-nrw sehr kurzfristig den erkrankten NRW-CIO Hartmut Beuß vertrat. (Foto: BS/Toby Giessen)

“Wir müssen bei der Digitalisierung der Verwaltung die Mitarbeiter mitnehmen und dabei die Chancen in den Vordergrund stellen”, erklärte Dr. Erich Köster, Ständiger Vertreter des CIO der Landesregierung NRW, vor rund 530 Teilnehmern auf dem Kongress des Behörden Spiegels e-nrw in der Stadthalle in Neuss. Damit unterstrich er, dass die digitale Transformation zwingend mit einer mentalen Transformation einhergehen müsse.

Angesichts von zwölf Ressorts, ca. 700 Ämtern und Behörden und insgesamt rund 120.000 Mitarbeitern in der Landesverwaltung des größten Bundeslandes kein leichtes Unterfangen. Daher, so Köster, dessen CIO-Stabsstelle unter der neuen CDU-FDP-Landesregierung vom Innenministerium als eigene Abteilung ins Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie verlagert wurde, sei es wichtig, sowohl die interne Kommunikation zu stärken als auch die Zusammenarbeit über die Fachbereichsgrenzen hinweg. Dieses sei eine große Herausforderung und man müsse sich darüber im Klaren sein, dass es ein weiter Weg sei, hierfür die organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Auch die Kooperation mit den Kommunen müsse zukünftig weiter intensiviert werden, um insbesondere die kleineren Kommunen in die Lage zu versetzen, die Komplexität der Digitalisierung zu bewältigen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür sei die aktuelle Zusammenarbeit beim Servicekonto.NRW. Zudem gebe es auf der kommunalen Ebene oftmals einen weitaus größeren Pragmatismus, insbesondere wenn es um den Kontakt zu Bürgern und Unternehmen gehe. Daher sei es wichtig, die Erfahrungen der Kommunen auch bei der Entstehung des Portalverbundes entsprechend einzubinden.

Mit Blick auf die Umsetzung des im vergangenen Jahr verabschiedeten E-Government-Gesetzes des Landes (EGovG NRW) berichtete Köster, dass sich derzeit 22 sogenannte Grundlagenprojekte in der Planungsphase befänden, deren Umsetzung im kommenden Jahr beginnen solle. Mit dem Beginn des Produktivbetriebs der E-Akte rechnet er frühestens 2019.

Momentan, das ließen Kösters Ausführungen erkennen, ist man im Düsseldorfer Ministerium noch dabei, sich in der neuen Landesregierung zu sortieren: “Zuständigkeiten sind noch nicht abschließend geklärt”. Es sollen jedoch “neue Strukturen entstehen”, die den Blick auf die Digitalisierung auch deutlich über die Umsetzung des EGovG NRW hinaus weiten und zukünftig eine noch intensivere Zusammenarbeit mit Bürgern und Unternehmen ermöglichen sollen.