Plädoyer für eine moderne Verwaltungslandschaft

Auf die Rathäuser kommen gewaltige Herausforderungen zu. Die Verwaltungen müssen sich der Digitalisierung öffnen – davon ist Staatssekretär und CIO des Bundes, Klaus Vitt, überzeugt. 500 Verwaltungsanliegen sollen in den nächsten fünf Jahren digitalisiert werden. (Foto: yourrs, cc by 2.0, flickr.com)

„Wir brauchen eine moderne, sichere Verwaltungslandschaft mit Mitarbeitern, die komplexe Abläufe hinterfragen und die Vorteile der Digitalisierung nutzen“, plädierte Klaus Vitt, CIO des Bundes und Staatssekretär der Bundesregierung. Dänemark und Österreich seien hierfür zwei Beispiele, die in den letzten zehn Jahren konsequente digitale Entwicklungsarbeit geleistet hätten. „Wir können den Rückstand zu den anderen Staaten aufholen, aber wir müssen größere Schritte machen“, sagte der CIO.

So sollen, durch das Online-Zugangsgesetz bedingt, in den kommenden fünf Jahren 500 Verwaltungsanliegen digitalisiert werden und online angeboten werden. Ausgenommen sind nur jene Leistungen, die per Gesetz nicht digitalisiert werden dürfen oder die nicht relevant sind. „Um diese Aufgabe zu meistern, heißt es: Einer für alle und alle für einen“, sagte Vitt. Die Anliegen würden aufgeteilt werden, auf Kommunen, Länder sowie dem Bund zu gleichen Teilen. Dann erarbeite jeder die passende Lösung. Diese werde den jeweiligen anderen zur Verfügung gestellt und von denen adaptiert.

Bei der Governikus-Tagung wurde auch die Modernisierung des Registerwesens als wichtig beurteilt. Diese Tatsache belegte ebenfalls der nationale Normenkontrollrat in seiner Analyse: sechs Milliarden Euro pro Jahr könnten dadurch eingespart werden. Gebäuderegister, Melderegister, aber auch der Zensus sind kosten- und zeitintensiv. Digitalisierung ist jedoch gleichzeitig aufgrund der sensiblen Daten eine Vertrauenssache. Um das Vertrauen zu steigern werde an Konzepten gearbeitet, um die Transparenz zu erhöhen sowie die Notwendigkeit hervorzustellen.